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Ming-Chu
Yu, Inhaberin des China
Restaurant Han Yang, engagiert sich als
Vorsitzende der Fachabteilung Chinesische Gastronomie in der DEHOGA,
dem Hotelund
Gaststättenverband. „Die chinesische Gastronomie ist Teil
einer kulturellen Vielfalt, für die Hamburg als weltoffene Stadt
wirbt“, so die gebürtige Hamburgerin. Im Kern geht es für
Ming-Chu Yu um die Frage, wie diese Vielfalt tatsächlich gelebt
werden kann: „Auf der einen Seite wird die Vielfalt in den Medien
viel beschworen und die Weltoffenheit scheint esellschaftlich gewollt
zu sein.“ Auf der anderen Seite baue die Bürokratie aber
Hürden auf, die es Unternehmen, die eine kulturelle Eigenart betonen
wollen – wie die Chinesischen Restaurants – und damit Vielfalt
nach Deutschland bringen, fast unmöglich mache, diese Vieltfalt
zu erhalten. „Diese Hürden drohen die Vielfalt auszutrockenen,“
so Ming-Chu Yu.
Der Teufel steckt im Detail – Beispiel China Restaurants: Während
die Köche in China in der Regel eine dreijährige betriebliche
Ausbildung durchlaufen und im Anschluss daran nach mehrmonatigen theoretischen
Kursen an einer Berufsfachschule mit Abschlussprüfung einen staatlich
anerkannten Koch-Grad erreichen können, bestehe die Verordnung
für die Arbeitserlaubnis Chinesischer Spezialitätenköche
in Deutschland auf eine durchgängige zweijährige Berufsfachschul-Ausbildung.
Diese stelle in China jedoch die Ausnahme dar und müsse privat
finanziert werden. „Damit ist der Bewerberpool für die Köche,
die überhaupt nach Deutschland kommen wollen, zu klein,“
betont Ming-Chu Yu. Außerdem würden die niedergelassenen
China Restaurants in der Regel lieber mit den praktisch ausgebildeten
Köchen arbeiten. Und viele hätten mehr Vertrauen in die staatlichen
Zeugnisse als in die Papiere von privaten Schulen, die von Deutschland
aus schwer zu beurteilen sind.
Die wiederholte Anforderung vom Arbeitsamt, deutsche Köche und
Kellner im Chinesischen Restaurant einzustellen, bringt keine Lösung.
„Wer in Hamburg ins China-Restaurant geht, möchte auch von
Chinesen bedient und bekocht werden, zumal die Küche sehr spezialisiert
ist,“ so Ming-Chu Yu. Sie wünscht sich viel mehr ein klares
Signal vom Gesetzgeber und den Verwaltungen, dass Unternehmen mit Migrationshintergrund
in Deutschland tatsächlich willkommen und auch und ganz konkret
gewollt sind. Wenn die Kompetenz von Unternehmerverbänden, die
die jeweils landestypischen Gegebenheiten kennen, in die Regelungsverfahren
mit einbezogen würde und Verordnungen nicht in Stein gemeißelt
wären sondern regelmäßige auf ihre Praxistauglichkeit
hin überprüft würden, könnte das ein deutliches
Signal an Unternehmerinnen und Unternehmer mit Migrantionshintergrund
sein, dass Vielfalt in
Deutschland willkommen ist.
Ein Fazit: Vielfalt lebt auch von der Betonung kultureller Eigenarten.
Gerade in der Betonung kann die Chance im breit gefächerten Markt
liegen. Dafür müssen häufig jedoch hohe bürokratische
Hürden genommen werden.
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